Monitoring

Das Monitoring beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie stark sich Bodengefährdungen und Bodenqualität über die Zeit verändern. Dazu braucht es mehrmalige Erhebungen an ausgewählten Standorten (sprich am Punkt) – im Gegensatz zur Bodenkartierung (einmalige Erhebung in der Fläche). So können unerwünschte Entwicklungen der Bodenqualität frühzeitig erkannt werden. Monitoring ist somit zum einen ein Instrument der Früherkennung und damit der Vorsorge, zum andern eine Erfolgskontrolle für getroffene Massnahmen.

Nationale Bodenbeobachtung NABO

Zeitliche Veränderungen der Bodenqualität werden im Rahmen des Bodenmonitorings an einigen, gut definierten Standorten mit zeitlich wiederholten Probenahmen untersucht. Die dabei verwendeten Methoden unterscheiden sich von jenen der Bodenkartierung, ergänzen sie aber in ihren Aussagen hinsichtlich Raum und Zeit. Die Nationale Bodenbeobachtung verfolgt die Belastung von Böden seit Mitte der 1980er-Jahre in einem Referenzmessnetz von rund hundert, über die gesamte Schweiz verteilten Standorten (Acker, Grasland, Wald und weitere). Das Referenznetz dient der Früherkennung unerwünschter Entwicklungen und der Erfolgskontrolle getroffener Massnahmen. Erfasst werden zeitliche Veränderungen von Nähr- und Schadstoffen, Bodenkohlenstoff (Humus), der Bodenbiologie sowie der Bodenverdichtung.

Kantonale Bodenbeobachtung KABO

Ergänzend dazu betreiben einige Kantone ein kantonales Messnetz zur Bodenüberwachung. Je nach Zielsetzung der kantonalen Messnetze, werden unterschiedliche Methoden angewendet (z.B. Kanton Freiburg, Kanton Zürich, Kanton St. Gallen, Kanton Genf, Kanton Aargau, Kanton Bern, Zentralschweizer Kantone im Verbund).

Langfristige Waldökosystemforschung LWF

An der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL wird im Programm Langfristige Waldökosystemforschung LWF an Dauerbeobachtungsflächen seit 1994 ein Monitoring durchgeführt, zur Früherkennung und repräsentative Erfassung von Veränderungen des Waldzustandes und dem Erfassen von externen Einflüssen auf das Ökosystem.

Waldbeobachtung

Parallel unterstützt das BAFU zusammen mit acht Kantonen seit rund drei Jahrzehnten ein Messnetz von über hundert Waldstandorten, das vom Institut für angewandte Pflanzenbiologie Schönenbuch betrieben wird. In dem Messnetz werden regelmässig ausgewählte Bodeneigenschaften untersucht.

Messnetze für die Bodenfeuchte

Der Wassergehalt im Boden (je nach Messmethode auch als Bodenfeuchte bezeichnet) ist eine wichtige Information für eine nachhaltige und schonende Bodennutzung in der Land- und Waldwirtschaft. Informationen zur Bodenfeuchte unterstützen die Land- und Waldwirtschaft sowie das Baugewerbe bei der schonenden Bearbeitung des Bodens und helfen, gegen Bodenverdichtungen vorzubeugen. Informationen zur Bodenfeuchte dienen auch der klimatologischen Forschung, für Prognosen zum Schädlingsdruck für Kulturen oder für die Optimierung der Bewässerung. Im Wald dienen Messdaten zur Bodenfeuchte auch zur Risikoprognose von Waldbränden. Zudem sind aktuelle Informationen zum Wasserhaushalt der Böden vor allem bei der Hochwasserprognose von Nutzen.

In der Schweiz bestehen heute elf verschiedene Messnetze für die Bodenfeuchte mit rund 100 Messstationen, die meist von kantonalen Stellen betreut werden. Es besteht Bedarf, die Bodenfeuchte- Messnetze weiter auszubauen und besser zu vernetzen.