Trocken­heit

In diesem Jahrhundert gab es in der Schweiz bereits mehrere ausgeprägte Trockenperioden, die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursacht haben. Für die Zukunft werden höhere Temperaturen und eine Zunahme von längeren, niederschlagsfreien Perioden vorausgesagt. Es gibt regional grosse Unterschiede, das Risiko für Trockenheitsschäden dürfte aber insgesamt steigen. Für die Land- und Forstwirtschaft ist das Wasserspeichervermögen der Böden eine wichtige Kenngrösse. 

Der Boden als Wasserspeicher

Der Boden spielt neben dem Klima bei der Trockenheit eine wichtige Rolle. Dieser kann Wasser über längere Zeiträume speichern und allmählich an die Pflanzen abgeben. Die Eigenschaften und der Aufbau des Bodens beeinflussen folgende Punkte massgeblich: 

  • wie schnell Regenwasser in den Boden sickert oder oberflächlich abfliesst, 
  • wie viel Wasser im Boden in pflanzenverfügbarer Form gespeichert werden kann und 
  • wie schnell Wasser ins Grundwasser oder in die Seen und Flüsse gelangt. 

Sandböden zeichnen sich beispielsweise durch eine hohe Infiltrationskapazität (die maximale Menge Wasser, die in einen Boden eindringen kann) aus. Sie können vergleichsweise wenig Wasser speichern. Tonböden haben wiederum ein hohes Wasserspeichervermögen, allerdings ist davon nur ein geringer Teil für die Pflanzen verfügbar. Um das Risiko für Trockenheitsschäden zu minimieren, ist die Wahl der Kulturen auf den Wasserhaushalt abzustimmen und eine Bewässerung von Kulturen an die Bodeneigenschaften anzupassen. 

Eigenschaften und Aufbau des Bodens spielen eine wichtige Rolle für seinen Wasserhaushalt. Dazu gehört auch seine Fähigkeit Wasser für Pflanzen verfügbar zu machen (Bild: Adobe Stock / Volker Müther)

Produkte im Themenbereich Trockenheit

Die Tabelle listet einige Produkte und Informationsquellen aus der Schweiz zum Themenbereich Trockenheit auf. Spezifische Informationen zu einzelnen Kantonen finden Sie in der Übersichtstabelle kantonale Bodeninformationen.

Produkt Publikation
Nationale Trockenheitsplattform des Bundes
Die Plattform hat das Ziel, ein schweizweites Früherkennungs- und Warnsystem für Trockenheit aufzubauen und weiterzuentwickeln.
Stehrenberger und Huguenin-Landl (2016)
Informationsplattform DROUGHT-CH
Informationsplattform zur Früherkennung von Trockenheit (Forschungsprodukt aus dem NFP61).
Zappa et al. (2014)
Alpine drought oberservatory ADO
Die Webanwendung stellt verschiedene Informationen zu Trockenheit und Dürren im Alpenraum zur Verfügung.
Transpirationsverhältnis (Wasserverfügbarkeit für Pflanzen)
Die Karte stellt das Transpirationsverhältnis in verschiedenen Jahren dar. Das Transpirationsverhältnis eignet sich als Indikator zur Abschätzung von Trockenheitsschäden bei Bäumen.
Pluess et al. (2016)
Standortwasserbilanz (Wasserverfügbarkeit im Boden)
Die Karte stellt die Standortwasserbilanz in verschiedenen Jahren dar. Die Standortwasserbilanz schätzt das Wasserangebot im Boden in der Vegetationszeit ab.
Pluess et al. (2016)
Wasserhaushalt von Wäldern in der Zukunft BOWA-CH
Bericht über modellierte Veränderungen des Wasserhaushalts bis 2100 an 1012 Profilstandorten in Schweizer Wäldern.
Walthert et al. (2015)
Bewässerungsnetz Schweiz
Das Bewässerungsnetz Schweiz stellt Informationen zur gezielten Bewässerungssteuerung an mehr als 200 Standorten in der Schweiz zur Verfügung.
Keiser und Marti (2017)
Bewässerungsbedarf von Kartoffeln
Die Karte aus einem Pilotprojekt des KOBO zeigt den Bewässerungsbedarf von Kartoffeln nach der Methode von Müller et al. (2012).
KOBO (2025)
Bewässerungseignung des Bodens
Die Karte aus einem Pilotprojekt des KOBO zeigt die Bewässerungseignung nach der Methode von Presler und Bagnoud (2013).
KOBO (2024)
SwissSMEX
Im Rahmen des Swiss Soil Moisture EXperiments (SwissSMEX) werden an 19 Standorten (Grasland, Wald, Acker) in verschiedenen Bodentiefen Bodenfeuchteparameter gemessen.
Mittelbach und Seneviratne (2012)
SwissSPOT
Im SwissSPOT-Projekt werden auf 16 Standorten der Langfristigen Waldökosystemforschung (LWF) Wassergehalte und Bodenwasserpotenziale bestimmt.
Bodenfeuchtemessnetz Centibar
Die Webanwendung stellt Bodenfeuchte-Messwerte an ca. 90 Stationen dar.
Müller (2020);
Cevallos und Müller (2021)
Bewässerungsbedürftigkeit
Die Karte schätzt anhand des langjährigen 33%-Quantils der relativen Evapotranspiration ein, welche landwirtschaftlichen Nutzflächen bewässerungsbedürftig sind.
Literatur

Cevallos L, Müller DA, 2021. Bodenfeuchtedaten: Ein wichtiger Beitrag zum Bodenschutz. Umwelt Aargau, 86.

Keiser A, Marti A, 2017. Bodensonden: Das Bodenwasser sichtbar machen. LANDfreund, 6.

KOBO, 2024. Methodendokumentation zur Themenkarte «Bewässerungseignung» nach der Methode von Presler und Bagnoud (2013) aus dem KOBO-Pilotprojekt Lommis (TG). Kompetenzzentrum Boden KOBO. BFH-HAFL, Zollikofen-Bern, verfügbar unter www.bodendaten.ch.

KOBO, 2025. Methodendokumentation zur Themenkarten «Bewässerungsbedarf von Kartoffeln» nach der Methode von Müller et al. (2012) aus dem KOBO-Pilotprojekt Prez-vers-Noréaz (FR). Kompetenzzentrum Boden KOBO. BFH-HAFL, Zollikofen-Bern, verfügbar unter www.bodendaten.ch.

Mittelbach H, Seneviratne SI, 2012. A new perspective on the spatio-temporal variability of soil moisture: temporal dynamics versus time-invariant contributions. Hydr. Earth Syst. Sci, 16, 2169–2179.

Müller DA, 2020. Centibar.ch – schweizweite Bodenfeuchtemessdaten. Umwelt Aargau, 83, 13-14.

Müller U, Engel N, Heidt L, Schäfer W, Kunkel R, Wendland F, Roehm H, Elbracht J, 2012. Klimawandel und Bodenwasserhaushalt. Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). GeoBerichte 20.

Pluess AR, Augustin S, Brang P (Red.), 2016. Wald im Klimawandel. Grundlagen für Adaptationsstrategien. Bundesamt für Umwelt BAFU, Bern, Eidg. Forschungsanstalt WSL, Birmensdorf. Haupt, Bern, Stuttgart, Wien. 447 S.

Presler und Bagnoud, 2013. Generelles Projekt der 3. Rhonekorrektion. Grundlagenstudie Bodenkunde. Technischer Bericht.

Remund J, Arx G von, Gallien M, Rebetez M, Huber B, Zimmermann NE (Hrsg.), 2016. Klimawandel in der Schweiz – Entwicklung waldrelevanter Klimagrössen.

Stehrenberger E, Huguenin-Landl B, 2016. Evaluation Bodenfeuchtemessnetze. Bestehende Messnetze, Erwartungen der Nutzer und Anforderungen an ein ideales Bodenfeuchte-Messnetz. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). 59 S.

Walthert L, Scherler M, Stähli M, Huber M, Baltensweiler A, Ramirez­Lopez L, Papritz A, 2015. Böden und Wasserhaushalt von Wäldern und Waldstandorten der Schweiz unter heutigem und zukünftigem Klima (BOWA-CH). ETH-Zürich, Schlussbericht des Projektes.

Zappa M, Bernhard L, Spirig C, Pfaundler M, Stahl K, Kruse S, Seidl I, Stähli M, 2014. A prototype platform for water resources monitoring and early recognition of critical droughts in Switzerland. Proceedings of IAHS, 364, 492–498.